| Zum Stück Dieses Komposition habe ich zunächst als rein elektronisches Stück aus vorbereiteten Klängen konzipiert. Danach entschied mich aber für eine Bearbeitung für Quintet.net, wodurch geringe Variabilitäten in der Mikrostruktur des Zeitablaufs durch menschliche Interaktion mit den Computern dem Stück mehr Flexibilität verleihen sollen. "Lainetus" bedeutet auf estnisch so etwas wie Wellengang - Wellungen müsste man eigentlich sagen - bezugnehmend auf die derartig bewegten, dynamischen Klangereignisse, die dieses Stück prägen. Die Klänge wurden zunächst mit einem analogen Synthesizer EMS (Rehberg) Synthi AKS-80 erzeugt, hernach aber mit dem Computerprogramm Audio Sculpt (IRCAM) bearbeitet (Transposition, zeitliche Streckung und Stauchung sowie spectral clipping). Die "Diskant"-Klänge wurden mit einem langsamen Zufallsoszillator leicht amplitudenmoduliert, welchen ich mit MAX/MSP anfertigte. Quintet.net Notation Die Notation der der Quintet.net-Stimmen wurde folgendermaßen gehandhabt: Ganze Noten werden so lange gehalten, bis der ihnen folgende Dauernstrich endet. Die zeitliche Position der ganzen Noten sowie das Ende des gespielten Ereignisses wird durch Sekundenangaben festgelegt. Die Samples sind dabei genau so lang, wie durch die Sekundenangabe am Ende des Dauernstriches angegeben ist. Wird die Note versehendlich länger gehalten, hört das Sample von selbst auf (keine Loops). Halbe Noten kommen vereinzelt vor, wenn die Ereignisdichte relativ groß ist. Hierbei sollen diese Noten so lange gehalten werden, bis sie von der nächsten Note (kann ebenfalls ein halbe Note, aber auch eine ganze Note sein) abgelöst werden. Dabei kann es gelegentlich vorkommen, dass das Sample der halben Note sich geringfügig mit der der nächsten Note überlagert (legatissimo). Der Beginn der halben Noten ist mit Sekundenangabe versehen. |